Die Floßlände

Ursprung des Riversurfens und Münchens einzige natürliche Anfängerwelle

Die Welle an der Floßlände ist die erste Flusswelle der Welt, die gesurft wurde (zumindest bis heute bekannt). Dies ist den Pauli-Brüdern zu verdanken, welche die Welle im Jahr 1972, lange vor der Eisbachwelle, mit ihren Brettern befahren und somit diesen Sport ins Leben gerufen haben. Weitere Informationen unter:

Die Geschichte der Welle während der letzten Jahrzehnte hier zu beschreiben, würde zu weit gehen, trotzdem gibt es einige Eckpunkte, die für das bessere Verständnis der heutigen Situation wichtig sind. Bis etwa 2007/2008 lief die Welle während der gesamten Floßfahrtsaison vierundzwanzig Stunden durchgehend. Dennoch stellte sich schon damals über den Sommer ein starker Algenwuchs im Ländbecken ein, der regelmäßig die Welle zum Erliegen brachte. Durch Mähaktionen wurde der Abfluss, der die Welle generierte, wiederhergestellt.

Um 2007/2008 herum muss es Absprachen zwischen RGU (Referat für Gesundheit und Umwelt) und SWM (Stadtwerke München) gegeben haben, welche in einen sogenannten dreijährigen Probelauf für eine neue Wasserverteilung an der Lände mündete. Ob und in wieweit der damalige Grossstadtsurfer e.V. dabei involviert war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Fakt ist, dass damit das 24/7-Surfen sein Ende fand und zu dieser Zeit auch auf eine automatische Wehrsteuerung am oberen Einlauf zum Kanal umgestiegen wurde.
Zu diesem Zeitpunkt war die Welle nicht mehr dauerhaft bzw. nur noch schlecht befahrbar, da sie sich durch die verschiedenen Pegel nicht richtig aufbauen konnte.

Floßlände 2

Im Jahr 2011 wurden weitere Messungen der Wassermengen vorgenommen. Von den SWM wurde moniert, dass sie zu wenig Wasser abbekommen würden, woraufhin nochmals die Zuteilungen verringert wurden. Gleichzeit wurde ein Teil der Holzbohlen der Floßrutsche erneuert sowie die linke Einlaufseite abgerundet.
Die verschlechterte Welle blieb dennoch eindeutig der Wassermenge geschuldet, denn bildbelegte Erfahrungen zeigen: Als keine Flöße fuhren, viel Wasser da war und deshalb freundlicherweise für zwei, drei Tage mehr und dauerhaft Wasser in die Lände lief, entstand ebenfalls eine saubere Welle.

Der „große Knall“ kam 2014, nach jahrelangem Kampf um mehr Wasser sowie der Verabschiedung mehrerer Stadtratsbeschlüsse, die eine konstante Welle ermöglichen sollten. Die SMW drosselte das Wasser erneut mit dem (mittlerweile widerlegten) Argument, das Wasser für die Surfer würde das Maria-Einsiedel-Bad überschwemmen sowie zu einem erhöhten Pegel und gefährlichen Strömungen im Schwimm-Kanal führen. Dies führte zu einer sofortigen und nahezu dauerhaften Zerstörung der Welle, obwohl die Verwaltung der Stadt alles unternommen hat, dies zu ändern.
Der Kampf für den Erhalt der Floßlände war und ist seitdem das oberste Ziel der IGSM e.V.. Im Juli konnte die Surfbarkeit aufgrund eines Einbaus endlich – zumindest teilweise – wieder hergestellt werden. Der nun realisierte Einbau ist das Resultat langfristiger Tüfteleien und Berechnungen. Forschungsergebnisse zweier international veranstalteter Flußwellenforen kamen zum Tragen. Die Surfer und Diplom-Ingenieure Prof. Dr. Robert Meier-Staude sowie Philipp Altenhöfer haben zusammen mit Wolfrik Fischer, 1. Vorstand der IGSM e.V., ein spezielles System entworfen und umgesetzt. Ohne die umfassende Unterstützung des Münchner Baureferats sowie des RGU wäre der Einbau freilich nicht möglich gewesen. Ebenso entscheidend für den Lösungsentwurf waren wertvolle Erkenntnisse von Johann Obert und seinem Planungsbüro für Wasserbau. Ebenso befürwortet der Münchner Oberbürgermeister Reiter dieses Projekt, der sich der Thematik seit einem Jahr angenommen hat.
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Infos zur Benutzung:

– Grundsätzlich ist das Surfen an der Floßrutsche nur geduldetSurfen lernen an der Floßlände
und erfolgt auf eigene Gefahr.

– Kanuten, Kajaker und Surfer teilen sich traditionell die Welle. Wenn ein Floß in Sichtweite ist, wird die surfende Person in der Welle möglichst gewarnt. Sobald sich ein Floß nahe an der Floßrutsche befindet, wird nicht mehr gesurft.

– Das Aufstauen des Wassers durch Einhängen von Gegenständen ist verboten; ebenso das Anbringen von Seilen zum Schleppen, da dies eine große Unfallgefahr durch und für Flöße darstellt

– Hier wie an allen Wellen gilt das Prinzip: Es wird, wenn möglich, abwechselnd von beiden Seiten gesurft; zumindest achtet man auf faire Verhältnisse. Auch wenn es mal bei Anfängern etwas länger dauert.

– Selbst bei Weißwasser ist die Welle ein wunderbarer Übungsort, um sich mit den Grundsätzen des Flusssurfens vertraut zu machen.

– Momentan läuft die Welle täglich von ca. 14 bis 19 Uhr.