Position der OB Kandidat*innen zum Surfen in München
Im Vorfeld zur Kommunalwahl am 8. März haben wir uns einen Fragenkatalog rund um das Thema Flusssurfen in München überlegt und diesen allen OB Kandidat*innen mit der Bitte um Stellungnahme zukommen lassen. Anbei haben wir die Antworten aller Kandidat*innen aufgeführt von denen wir eine Rückmeldung erhalten haben.
Die Eisbachwelle ist als weltweit bekanntester Spot für das Flusssurfen ein ikonisches Wahrzeichen, das als Zuschauermagnet das moderne, weltoffene Image Münchens prägt. Mit Wellenreiten als olympischer Disziplin und ca. 3000 aktiven Surfenden in München gewinnt der Sport immer mehr Bedeutung als Breiten- und Leistungssport und stellt für viele Bürgerinnen und Bürger ein identitätsstiftendes Element dar.
Der IGSM e.V. zählt mit über 900 Mitgliedern zu Deutschlands größten Surfvereinen und setzt sich seit über 10 Jahren für die Belange der Surfenden in München ein – insbesondere für den Erhalt sowie die Schaffung von neuen Wellen im Münchener Stadtgebiet.
Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie um eine kurze Stellungnahme zu folgenden Themen:
Eisbachwelle am Haus der Kunst (sog. “E1”)
Nachdem im April 2025 eine Surferin am Eisbach tödlich verunglückte, war die Welle monatelang gesperrt. Seit den Instandhaltungsarbeiten am Flussbett bei der Bachauskehr im Oktober 2025 ist die Welle nicht mehr surfbar. Aufgrund dieser Ereignisse gibt es derzeit intensive Diskussionen zur Sicherheit, Haftung und langfristiger Perspektive der E1.
Unterstützen Sie den dauerhaften Erhalt des freien und kostenlosen Zugangs zur E1?
Dieter Reiter (SPD)
Wie Sie wissen, habe ich mich in den letzten 12 Jahren stets für die Surfercommunity in München eingesetzt. Selbstverständlich gelten meine Zusagen in Bezug auf die E1 auch weiterhin: Die Welle soll gemäß den vor der Bachauskehr geltenden Bestimmungen genutzt werden können. Eine Kommerzialisierung der Welle, also Eintritts- oder Benutzungsgebühren lehne ich nach wie vor ab.Dominik Krause (Die Grünen)
Ja, natürlich. Das Surfen auf der Eisbachwelle gehört zu München wie die Frauenkirche, die Biergärten und der Marienplatz. Das habe ich auch im vergangenen Sommer mehrfach betont und nach dem tragischen Unfall die baldige Wiedereröffnung einer sicheren, aber nicht überregulierten Welle vorangetrieben.Clemens Baumgärtner (CSU)
Haben Sie besten Dank für Ihre Fragen, die verschiedene Aspekte des Surfens in München umfassen. Ich erlaube mir, diese Fragen wie folgt gebündelt zu beantworten:
Ich möchte zunächst vorausschicken, dass ich sowohl persönlich als auch als CSU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München (LHM) voll zur Eisbachwelle am Haus der Kunst stehe und eine Wiederherstellung der Welle für mich als Oberbürgermeister der LHM deshalb höchste Priorität genießen wird.
Denn das Surfen gehört inzwischen genauso zu München wie die Frauenkirche und das Hofbräuhaus. Es steht wie wenige andere Dinge für das Münchner Lebensgefühl und ist ein echter Imagegewinn für die Stadt.
Deshalb ist der aktuelle Zustand an der Eisbachwelle, der bedauerlicherweise schon viel zu lange anhält, inakzeptabel. Die Eisbachwelle muss, in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere der Surf-Community, schnellstmöglich wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
Es kann nicht sein, dass, was in anderen Städten wie Nürnberg oder Augsburg inzwischen sehr gut und einfach funktioniert, nämlich den Surferinnen und Surfern eine Surfwelle zur Verfügung zu stellen, in München nicht mehr möglich sein soll. Einst Vorreiter in diesem Bereich, ist die LHM inzwischen von anderen Städten abgehängt worden.
Den bisherigen Umgang der Stadtspitze und der Stadtverwaltung mit der Problematik halte ich deswegen auch für, gelinde gesagt, mehr als suboptimal. Als Oberbürgermeister der LHM werde ich hier, nötigenfalls persönlich, anpacken und die nötigen Schritte zur Wiederherstellung anweisen.
Die CSU-Stadtratsfraktion als auch ich haben darüber hinaus in der Vergangenheit und aktuell bereits mehrfach, auch öffentlich, sehr klar gemacht, dass wir an der Seite der Surferinnen und Surfer in München stehen und deren Anliegen nach Kräften unterstützen. Dies habe ich in den zahlreichen persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Surferinnen und Surfer immer wieder betont und das hat die CSU-Stadtratsfraktion mit diversen Anträgen und Anfragen zum Thema entsprechend dokumentiert.
Das gilt im Übrigen auch für die Themen „Ausweitung von Surfzeiten“ oder „Schaffung von weiteren Surf-Möglichkeiten im Stadtgebiet“, die wir generell unterstützen (siehe beispielsweise hier: https://csu-stadtrat-muenchen.de/brettl-die-die-welt-bedeuten-surfen-in-muenchen/; https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/5674277; https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/5674307; https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/5674318).
Mangels Einsicht in die aktuellen Verhandlungsstände beispielsweise bei der Dianabadschwelle sowie angesichts fehlenden Zugriffs auf verwaltungsinterne Informationen wie Machbarkeitsstudien und rechtliche Einschätzungen – das Los eines Oppositionspolitikers – sind konkretere Aussagen zu einzelnen Projekten jedoch schlechterdings nicht möglich.“Michael Piazolo (Freie Wähler)
Ich unterstütze den dauerhaften Erhalt eines freien und kostenlosen Zugangs zur E1. Die Eisbachwelle ist ein weltweit bekanntes Wahrzeichen Münchens, Teil der urbanen Identität und ein niedrigschwelliges Freizeitangebot, das erhalten bleiben sollte.Stefan Jagel (Die Linke)
Die Linke in München hat sich immer schon (auch als es noch nicht erlaubt war) für die Welle und das Surfen eingesetzt. Eine besondere Betonung muss unser Ansicht nach dabei aber auf dem „kostenlos“ liegen. Je mehr Möglichkeiten für kostenlosen Sport und Freizeitbeschäftigung es in München gibt, desto besser. Dafür sollte die Stadt auch Geld zur Verfügung stellen. Es kann nicht sein, dass ein Tennisverein insgesamt rund 8 Millionen Euro von der Stadt bekommt, um ein Profi-Event auszubauen, während für die Surferwelle monatelang keine Lösung gefunden wird. Eine Kommerzialisierung der Welle lehnen wir kategorisch ab. Surfen muss gratis bleiben.Dirk Höpner (München-Liste)
Ja, ich unterstütze ausdrücklich den dauerhaften Erhalt des freien und kostenlosen Zugangs zur E1. Die Eisbachwelle ist öffentlicher Raum und muss es bleiben. Eine Kommerzialisierung oder Zugangsbeschränkung durch Gebühren halte ich für den falschen Weg.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JA SICHER.Philipp Drabinski (Die PARTEI)
vielen Dank für Ihre Frage zur Eisbachwelle, einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Landeshauptstadt München – gleich nach dem Mittleren Ring, der zweiten Stammstrecke und der Frage, ob man Radwege grün oder rot und warum nicht schwarz markieren sollte
Soll die Eisbachwelle erhalten bleiben?
Kurz gesagt: Ja.
Lang gesagt: Ja, aber mit einem mehrstufigen, partizipativen, klimaresilienten, gendergerechten und haushaltsneutralen Erhaltungsprozess.
Die Eisbachwelle ist nicht nur eine Surfwelle, sondern:
• ein internationaler Imageträger („München, die Stadt mit den Lederhosen und den Surfern“), • ein informeller Treffpunkt urbaner Subkulturen,
• ein lebendes Beispiel für spontane Stadtaneignung,
• und ein kostenloses Marketinginstrument für den Tourismus, das die Stadt nichts kostet – was es politisch besonders verdächtig macht.
Als politisch verantwortungsbewusster Mensch kann ich daher nicht einfach „erhalten“ sagen. Ich würde vielmehr vorschlagen:
• Eine Machbarkeitsstudie zur Machbarkeit des Erhalts.
• Eine Bürgerbeteiligung mit mindestens sechs Workshops, in denen Nicht-Surfer erklären, wie Surfen funktioniert.
• Ein Umweltgutachten, das bestätigt, dass Wasser nass ist.
• Eine interdisziplinäre Eisbachwellen-Kommission (Surfer, Naturschutz, Polizei, Bezirksausschuss, Soziologen und ein Vertreter des Alpenvereins).
Langfristig denke ich visionär:
Die Eisbachwelle könnte in ein urbanes Wassersport-Großprojekt mit 250.000 Zuschauerplätzen integriert werden – mit Tribünen, VIP-Decks, Seilbahnanschluss vom Englischen Garten und Flugtaxi-Landeplätzen auf dem Haus der Kunst. Damit würde München endgültig zur „Surf Capital of the Alps“ aufsteigen.
Sicherheitsbedenken nehme ich selbstverständlich ernst und würde sie durch eine Kombination aus Verbotsschildern, Hinweisplakaten, Präventionskampagnen und dem Hinweis „Betreten auf eigene Gefahr“ politisch elegant lösen.
Abschließend möchte ich betonen:
Die Eisbachwelle ist ein Symbol für Freiheit, Spontaneität und urbane Lebensqualität – und damit ein ideales Wahlkampfthema, bei dem man maximal zustimmen kann, ohne etwas bauen zu müssen.
Welche konkreten Schritte würden Sie – im Falle Ihrer Wahl – unterstützen oder anstoßen, um das Surfen dort langfristig zu ermöglichen?
Dieter Reiter (SPD)
Ich befinde mich im Austausch mit der Surfercommunity – natürlich auch unter Beteiligung der IGSM -, um die E1 wieder nutzbar zu machen. Ich hoffe darauf, dass die Versuchsreihe schnell und erfolgreich abgeschlossen werden und die E1 dann im Zusammenspiel zwischen Stadt und Surfenden schnell wieder genutzt werden kann.Dominik Krause (Die Grünen)
Aktuell steht die Wiederherstellung einer stabilen und sicher surfbaren Welle an erster Stelle. Ich hoffe sehr, dass dies bald gelingt. Wenn die Welle wieder läuft, steht aus meiner Sicht einer weiteren langfristigen Nutzung nichts entgegen.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Ich würde mich für eine technisch und sicherheitlich fundierte Wiederherstellung der Surfbedingungen einsetzen, inklusive unabhängiger Gutachten, transparenter Sicherheitskonzepte und enger Abstimmung mit Surfer*innen, Wasserwirtschaft und Rettungskräften. Ziel muss eine dauerhaft stabile und sichere Nutzung sein.Stefan Jagel (Die Linke)
Zunächst einmal würden wir sämtliche Ausgaben, die aus der Surf-Community getätigt wurden, um konkrete Vorschläge zu machen, zurückerstatten. Langfristig setzen wir uns für das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit ein, damit alles wieder so laufen kann, wie es die letzten 30 Jahre war.Dirk Höpner (München-Liste)
Im Falle meiner Wiederwahl würde ich folgende Schritte unterstützen bzw. anstoßen und verweise dabei auch auf meinen Stadtratsantrag von Ende 2025 (s. Anlage):- Technische Wiederherstellung der Surfqualität
Nach den Veränderungen im Zuge der Bachauskehr muss schnellstmöglich geprüft werden, ob ein technischer wellenerzeugender Einbau notwendig ist, um eine dauerhaft stabile und sichere Welle zu gewährleisten. Sollte dies fachlich empfohlen werden, würde ich eine zügige Planung und Umsetzung unterstützen.
- Klare Zuständigkeiten und Haftungsregelung
Die Stadt muss hier eine eindeutige rechtliche Grundlage schaffen, damit kein dauerhafter Schwebezustand entsteht. Ziel muss Rechtssicherheit für alle Beteiligten sein.
- Institutionalisierter Runder Tisch
Ich würde einen festen Runden Tisch mit Stadtverwaltung, Freistaat, IGSM, Sicherheitsbehörden und ggf. Wasserwirtschaft etablieren, um technische, rechtliche und sportliche Fragen transparent zu klären. - Transparente Kommunikation
Entscheidungen zur E1 dürfen nicht im Verwaltungsstillstand verharren. Die Öffentlichkeit – insbesondere die Surf-Community – muss regelmäßig informiert werden.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
GRUNDSÄTZLICH SOLLTEN FREIE BÜRGER AUF EIGENES RISIKO IHRE SPORTART AUSFÜHREN DÜRFEN.
WIR WERDEN UNS DAFÜR EINSETZEN, DASS DIE SURFSZENE DIE ENTSPRECHENDEN STRÖMUNGSVERSUCHE EIGENVERANTWORTLICH DURCHFÜHREN KANN UND DIE WELLE SELBSTÄNDIG REPARIEREN.
DIE STADT SOLLTE DAFÜR GEEIGNETE WASSERSTÄNDE REGULIEREN UND WO NÖTIG TECHNISCHE UNTERSTÜTZUNG BEREITSTELLEN.
ENTSPRECHENDE SICHERHEITSHINWEISE WERDEN IN EINER ÄSTETISCHEN FORM ANGEBRACHT.- Technische Wiederherstellung der Surfqualität
Für den Fall, dass ein wellenerzeugender Einbau nötig sein sollte, um die Welle dauerhaft zu stabilisieren, sollten Ihrer Ansicht nach Unterhalt und Haftung vollständig bei der Stadt verbleiben oder sollten auch Pflichten an einen Surfverein übertragen werden?
Dieter Reiter (SPD)
Im Rahmen eines Gesprächs u.a. mit der IGSM vom Januar diesen Jahres habe ich selbst die Idee einer „kommunalen Welle“ ins Spiel gebracht. Das bedeutet, dass nun – wie mit den Surfenden besprochen -, zunächst Versuche stattfinden, um herauszufinden, wie eine surfbare Welle wieder entstehen kann. Wenn wir das wissen, soll gemäß unserer Absprache ein mehrmonatiger Testbetrieb stattfinden. Sollte sich erweisen, dass die Versuchsergebnisse über den Zeitraum dieses Testbetriebs hinweg tauglich sind und gesurft werden kann, stehe ich selbstverständlich zu meinem Wort, dass die Stadt die Eisbachwelle als „kommunale Welle“ übernimmt. Auch hier gilt, dass die Nutzung dann natürlich kostenfrei bleibt.Dominik Krause (Die Grünen)
Derzeit finden noch die Vorversuche statt, um die Welle wieder zum Laufen zu bringen, unter großem Einsatz der Surf-Community. Vielen Dank an dieser Stelle dafür. Die Frage, wie die Verantwortlichkeiten künftig verteilt werden sollen, hängt maßgeblich davon ab, welche technische Lösung zum Erfolg führen wird. Im nächsten Schritt müssen wir dann sehen, ob und welche Aufgaben und Pflichten von Surfvereinen übernommen werden sollten und welche von der Stadt München. Ich bin offen für die sinnvollste Lösung, also ob die Welle kommunal oder privat betrieben oder ob es eine Mischform geben soll.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Grundsätzlich sollte die Stadt die Hauptverantwortung für Infrastruktur und Haftung tragen. Gleichzeitig kann eine Einbindung eines Surfvereins in Betrieb, Organisation und Sicherheitskonzepte sinnvoll sein, um Expertise zu nutzen und Verantwortung partnerschaftlich zu teilen.Stefan Jagel (Die Linke)
Der Unterhalt sollte bei der Stadt verbleiben. Was die Haftungsfrage angeht, setzen wir uns für Eigenverantwortlichkeit an der Welle ein.Dirk Höpner (München-Liste)
Sollte ein wellenerzeugender Einbau erforderlich sein, sehe ich die Stadt in der Hauptverantwortung für Unterhalt und Verkehrssicherungspflicht. Es handelt sich um öffentliche Infrastruktur im öffentlichen Raum.Eine Einbindung eines Surfvereins – etwa in Form von Mitwirkung bei Sicherheitskonzepten, Aufklärung, Schulungsangeboten oder Selbstverpflichtungen – halte ich für sinnvoll. Eine vollständige Übertragung von Haftungsrisiken auf einen ehrenamtlich getragenen Verein hingegen nicht für angemessen.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
DER UNTERHALT sollte nach der Testphase kaum anfallen.
Stadt finanziert eine seriöse Ausführung der dauerhaften Einbauten, die nach menschlichem Ermessen Risikofrei sind inkl. der erforderlichen statischen Nachweise.
Der Surfverein kann eine Servicevereinbarung über Kontrolle und Meldung von Schäden mit der Stadt vereinbaren.
Die Haftung wird ausgeschlossen und an die Eigenverantwortlichkeit der Nutzer und Nutzerinnen übertragen.Wie stehen Sie zur neuen Allgemeinverfügung von 2025 gegenüber der ursprünglichen Allgemeinverfügung von 2010? Halten Sie alle neu hinzugekommenen Regelungen für sinnvoll oder sehen Sie darin eine Überregulierung?
Dieter Reiter (SPD)
Zunächst muss ich leider daran erinnern, dass letztes Jahr eine Surferin tödlich verunglückt ist und die Staatsanwaltschaft deswegen ermittelt hat. Auf rechtlichen Rat hin, mussten neue Regeln aufgestellt werden – zum Schutz der Surferinnen und Surfer, aber auch, um städtische Beschäftigte vor eventueller Strafverfolgung zu schützen. Als Oberbürgermeister habe ich eine Verantwortung und Sorgfaltspflicht gegenüber meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich freue mich, dass es – dankenswerterweise im Austausch mit der IGSM – gelungen ist, diese Regeln zu definieren.Dominik Krause (Die Grünen)
Ich kann das Anliegen der Surfer*innen gut nachvollziehen, sich hier möglichst frei und unreguliert bewegen zu wollen. Gleichzeitig muss aber auch die Sicherheit der Surfer*innen und von potentiell benötigten Rettungskräften im Einsatz berücksichtigt werden. Die Staatsanwaltschaft hat nach dem tödlichen Surfunfall unmissverständlich klargemacht, dass eine Rückkehr zur Allgemeinverfügung von 2010 für uns als Stadt rechtlich nicht mehr möglich sein wird.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Die neue Allgemeinverfügung von 2025 ist vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls nachvollziehbar, sollte aber regelmäßig evaluiert werden. Einzelne Regelungen könnten über das Ziel hinausschießen; ich plädiere für verhältnismäßige, praxisnahe Regeln statt Überregulierung, die das Surfen faktisch verhindert.Stefan Jagel (Die Linke)
Wir sind für eine Rückkehr zur Allgemeinverfügung von 2010Dirk Höpner (München-Liste)
Nach einem tödlichen Unfall ist es nachvollziehbar, Sicherheitsregelungen zu überprüfen. Allerdings gilt: Sicherheit ja, Überregulierung nein.Ich halte es für richtig, jede neu eingeführte Regelung daraufhin zu prüfen, ob sie:
- tatsächlich zur Risikominimierung beiträgt,
- praktikabel ist,
- verhältnismäßig bleibt,
- und nicht faktisch zu einer Verdrängung des Sports führt.
Sollten einzelne Bestimmungen über das Ziel hinausschießen oder in der Praxis nicht umsetzbar sein, würde ich mich für eine Anpassung einsetzen.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
Die Regelung ist nicht sinnvoll, da das Restrisiko in der Szene allgemein bekannt ist und Laien nicht auf die Idee kommen hier zu surfen.
Die Strömung ist für erfahrene Wassersportler klar kalkulierbar.
Die neue Allgemeinverfügung beruht auf einer sachlich falschen Annahme:
Anders als bei anderen Wehren im Stadtgebiet, besteht an dieser Stelle keine konkrete Lebensgefahr durch diese Strömung.
Die aktuelle Walze ist kein lebensgefährliches Tosbecken mit Rücklauf und ist nicht geeignet einen Schwimmer festzuhalten, wie es in der Rathausumschau dargestellt wird.
GLEICHZEITIG SOLLTE DER BAU VON TATSÄCHLICH TÖDLICHE WEHRANLAGEN MIT TOSBECKEN WIE BEISPIELSWEISE AM TUCHERPARK VERBOTEN WERDEN.
Eisbachwelle an der Dianabadschwelle (sog. “E2”)
Die Surfwelle an der Dianabadschwelle fällt in die Zuständigkeit der Landesregierung. Bisher ist das Surfen dort verboten und wird lediglich toleriert. Um das Surfen zu legalisieren, wurde im Juli 2025 die Absicht für einen Grundstückstausch zwischen Freistaat und Stadt München bekannt gegeben.
Unterstützen Sie den Grundstückstausch und die Legalisierung des Surfens an der E2?
Dieter Reiter (SPD)
Selbstverständlich, deshalb habe ich mich beim bayerischen Ministerpräsidenten für genau diese Lösung eingesetzt.Dominik Krause (Die Grünen)
Ich will das Surfen an der Dianabadschwelle weiter ermöglichen und soweit möglich den Zugang zur Welle wieder vereinfachen, nicht zuletzt auch aus Sorge um das sichere Surfen an dieser Stelle. Allerdings müssen die Bedingungen eines Grundstückstauschs zwischen Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München fair sein. Es kann nicht sein, dass sich die CSU-Staatsregierung hier auf bayerisch gesagt auf Kosten der Stadt abspatzt.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Ich unterstütze den Grundstückstausch und die Legalisierung des Surfens an der E2. Eine rechtssichere Lösung ist im Interesse aller Beteiligten und schafft Klarheit für Nutzer*innen und Behörden.Stefan Jagel (Die Linke)
JaDirk Höpner (München-Liste)
Ich unterstütze den angekündigten Grundstückstausch zwischen Freistaat und Stadt ausdrücklich. Ziel muss die Legalisierung des Surfens an der E2 sein. Der derzeitige Zustand der bloßen Duldung schafft Unsicherheit für alle Beteiligten.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JAUnterstützen Sie den dauerhaften Erhalt des freien und kostenlosen Zugangs zur E2?
Dieter Reiter (SPD)
Ich unterstütze sowohl den Erhalt der E2 und hoffe, dass der bereits erwähnte Grundstückstausch schnell vollzogen werden kann, um das Surfen zu legalisieren. Und selbstverständlich wird auch hier Kostenfreiheit gelten.Dominik Krause (Die Grünen)
Ja, auch der Zugang zu dieser Welle soll frei und kostenlos bleiben.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Auch hier befürworte ich einen freien und kostenlosen Zugang, da die Welle ein öffentliches Gut und Teil der städtischen Freizeitkultur ist.Stefan Jagel (Die Linke)
JaDirk Höpner (München-Liste)
Auch für die E2 spreche ich mich klar für einen freien und kostenlosen Zugang aus.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JASollten Ihrer Ansicht nach Unterhalt und Haftung nach der Legalisierung vollständig bei der Stadt verbleiben oder sollten auch Pflichten an einen Surfverein übertragen werden?
Dieter Reiter (SPD)
Wie an der E1 würde der Unterhalt dem Grundstückseigentümer zufallen, das ist dann natürlich die Stadt. Aktuell wäre für mich das Regelwerk, das auch bis zur Bachauskehr an der E1 gegolten hat, das sinnvollste und logischste Vorgehen. Die E2 ebenfalls als kommunale Welle zu betreiben, kann ich mir gut vorstellen. Die Besonderheit an der E2 zur E1 sehe ich eher darin, dass es hier direkte Anwohner gibt, die natürlich auch ihre Interessen verfolgen werden und die es auch zu berücksichtigen gilt.Dominik Krause (Die Grünen)
Auch hier müssen erst die zunächst anstehenden Schritte mit dem Freistaat geklärt werden und ich bin wie bei der E1 offen für eine sinnvolle Regelung.Michael Piazolo (Freie Wähler)
Die Stadt sollte die übergeordnete Verantwortung für Unterhalt und Haftung tragen, jedoch kann ein Surfverein sinnvoll eingebunden werden, etwa in Form von Nutzungsordnungen, Sicherheitskonzepten und ehrenamtlicher Betreuung.Stefan Jagel (Die Linke)
Die E2 sollte genau wie die E1 behandelt werden, sprich Unterhalt in öffentliche HandDirk Höpner (München-Liste)
Nach einer Legalisierung sollte – analog zur E1 – die Stadt die Hauptverantwortung für Unterhalt und Haftung tragen. Ergänzend kann ich mir eine vertraglich geregelte Mitwirkung eines Surfvereins vorstellen, etwa in Fragen der Nutzerkoordination oder Sicherheitskommunikation. Eine vollständige Übertragung der Verkehrssicherungspflicht auf einen Verein halte ich jedoch für nicht sachgerecht.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
Eine eigenverantwortliche Nutzung auf eigenes Risiko braucht keine Übertragung von Haftung. An der Flosslände funktioniert das auch.
Surfwelle an der Floßlände
In einer Beschlussvorlage des Umweltausschusses aus dem Jahr 2022 wurde dem Begehren der IGSM sowie der ansässigen Kanu-/Kajakvereine, eigene Wasserrechte für die Freizeitnutzung zu bekommen, eine Absage erteilt. Weiterhin steht dem Wassersport nur das Wasserkontingent zu, das für die Floßfahrt festgelegt wurde, was die Nutzung für den Freizeitsport auf die Monate Mai – September einschränkt.
Würden Sie sich dafür einsetzen, das Wasserkontingent für die Freizeitnutzung zu erhöhen, um eine Ausweitung der Wassersportsaison zu ermöglichen? Eventuell sogar für eine ganzjährige Nutzung?
Dieter Reiter (SPD)
Natürlich müssen alle Bedarfe berücksichtigt werden. Ich werde auf Ihren Fragenkatalog hin die zuständigen Stellen beauftragen zu prüfen, ob es Möglichkeiten in Ihrem Sinne gibt. Sollte dem so sein, ist gegen eine Erhöhung des Wasserkontigents aus meiner Sicht nichts einzuwenden.
Dominik Krause (Die Grünen)
Für den Wunsch nach längeren Surfzeiten habe ich großes Verständnis und verstehe das Anliegen angesichts der wachsenden Zahl von Surfer*innen in der Stadt. Wir bewegen uns hier in einem Spannungsfeld zwischen der klimaneutralen Stromerzeugung der SWM und der Nutzung für den Wassersport. Beides ist natürlich absolut gewünscht, muss aber in einen guten Ausgleich gebracht werden. Seit 2022 besteht hier ein guter Kompromiss, für dessen Ermöglichung die Stadtwerke München sich sehr bewegt und einiges an Mitteln investiert haben.
Michael Piazolo (Freie Wähler)
Ich würde mich dafür einsetzen, das Wasserkontingent für die Freizeitnutzung zu erhöhen, sofern ökologische und wasserwirtschaftliche Belange dem nicht entgegenstehen. Eine Ausweitung der Saison – perspektivisch auch ganzjährig – sollte geprüft und, wenn vertretbar, ermöglicht werden, um den Wassersport in München zu stärken.
Stefan Jagel (Die Linke)
Ja
Dirk Höpner (München-Liste)
Die aktuelle Beschränkung auf das Wasserkontingent der Floßfahrt und damit auf die Monate Mai bis September wird der heutigen Bedeutung des Breiten- und Leistungssports nicht mehr gerecht.Ich würde mich dafür einsetzen,
* das Wasserkontingent für die Freizeitnutzung zu überprüfen,
* die wasserrechtlichen Spielräume neu zu bewerten,
* und eine Ausweitung der Wassersportsaison zu ermöglichen.Eine ganzjährige Nutzung sollte zumindest ernsthaft geprüft werden – unter Berücksichtigung ökologischer, wasserwirtschaftlicher und sicherheitsrelevanter Aspekte. Ziel muss eine faire Balance zwischen Tradition (Floßfahrt), Naturschutz und modernem Wassersport sein.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JA – DIE WASSERKONTINGENTE SOLLTEN ERWEITERT WERDEN. EINE GANZJÄHRIGE NUTZUNG WIRD AUFGRUND NIEDRIGER WASSERSTÄNDE NICHT REALISIERBAR SEIN.
Neue Wellen- und Surfprojekte in München
Seit über 10 Jahren gibt es Überlegungen zur Schaffung weiterer Flusswellen im Stadtgebiet (siehe z.B. IBA Projekt “München macht Welle” sowie AZ Artikel vom 5.2.26). Trotz zahlreicher Stadtratsanträge und Bemühungen der IGSM konnte bisher keines der Projekte realisiert werden. Während dieser Zeit sind in Hannover, Nürnberg und Augsburg neue Wellen entstanden, auf denen teils auch Deutsche Meisterschaften ausgetragen wurden. Obwohl es in München mit Abstand am meisten Surfende gibt, fällt es im Vergleich zu anderen Städten zurück.
Wie ist Ihre Haltung gegenüber neuen Surf- und Wellenprojekten in München?
Dieter Reiter (SPD)
Grundsätzlich habe ich keine Vorbehalte dagegen, es bei neuen Wellenprojekten auf einen Versuch ankommen zu lassen. Was gewährleistet sein muss, ist neben der Sicherheit in Zeiten knapper Kassen natürlich leider auch ein finanziell vertretbarer Rahmen. Wenn das gegeben ist, bin ich der Letzte, der Menschen daran hindern wird, ihrem Hobby nachzugehen.
Dominik Krause (Die Grünen)
Ich bin offen für weitere Surfwellen in München und unterstütze die Schaffung neuer Spots, zum Beispiel mit einer dritten Eisbachwelle am Tucherpark oder einer Welle an der Wittelsbacherbrücke.
Michael Piazolo (Freie Wähler)
Ich stehe neuen Surf- und Wellenprojekten grundsätzlich positiv gegenüber. Sie stärken den Freizeitwert, den Sportstandort und die internationale Sichtbarkeit Münchens und können mit ökologischer und städtebaulicher Qualität verbunden werden.
Stefan Jagel (Die Linke)
Jede zusätzliche kostenlose Welle ist ein Gewinn für München. Mehr Wellen könnten außerdem zu geringeren Wartezeiten führen und somit von noch mehr Menschen nutzbar sein.
Dirk Höpner (München-Liste)
Ich stehe neuen Wellen- und Surfprojekten grundsätzlich offen und positiv gegenüber. Angesichts von rund 3.000 aktiven Surfenden ist der Bedarf offensichtlich.
Dass in anderen Städten neue Wellen realisiert wurden, während München trotz Machbarkeitsstudien und Stadtratsanträgen seit Jahren nicht vorankommt, ist aus meiner Sicht unbefriedigend.
Ich habe im Stadtrat bereits Anträge unterstützt, die auf eine Prüfung und Weiterentwicklung zusätzlicher Surfstandorte abzielen. Dieses Engagement werde ich fortsetzen.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
DIE MÖGLICHKEITEN FÜR WASSERSPORT ALLER ART AUF DER ISAR IM STADTGEBIET SOLLTEN GRUNDSÄTZLICH ERWEITERT WERDEN.Falls Ihre Partei an einer Stadtratsmehrheit beteiligt ist, würden Sie die Schaffung einer weiteren Flusswelle im Stadtgebiet mit in den Koalitionsvertrag aufnehmen?
Dieter Reiter (SPD)
Das würde zwar nicht nur von der SPD abhängen, sondern eben auch vom Koalitionspartner. Gegen eine solche Aufnahme in einen Koalitionsvertrag hätte ich keine Einwände, aber es müsste vorher schon klar sein, ob und welche Welle realisiert werden könnte. Ich möchte nur Versprechen geben, die ich auch halten kann und nicht einfach irgendeine Aussage in einen Koalitionsvertrag hineinschreiben. Für ein konkretes Projekt würde ich im Fall meiner Wiederwahl gerne den Dialog mit den Surfenden fortsetzen, da ich mir sicher bin, dass es seitens der IGSM schon Überlegungen gibt. Das begrüße ich auch ausdrücklich, weil es die Konzentration auf ein bestimmtes Projekt deutlich vereinfachen würde.
Dominik Krause (Die Grünen)
Ja, das würde ich. Die Forderung steht auch bereits in unserem Grünen Wahlprogramm.
Michael Piazolo (Freie Wähler)
Bei einer Beteiligung an einer Stadtratsmehrheit würde ich die Schaffung einer weiteren Flusswelle ausdrücklich im Koalitionsvertrag unterstützen, um Planungssicherheit und politischen Willen zu dokumentieren.
Stefan Jagel (Die Linke)
Ja
Dirk Höpner (München-Liste)
Sollte meine Partei an einer Stadtratsmehrheit beteiligt sein, würde ich mich dafür einsetzen, die Schaffung mindestens einer weiteren Flusswelle verbindlich im Koalitionsvertrag zu verankern – inklusive klarer Zeitschiene und Zuständigkeiten.Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JA
WIR WÜRDEN UNS FÜR EJNE UMFASSENDE SICHERE NUTZUNG DER ISAR FÜR WASSERSPORT EINSETZEN.
BEI UMBAUARBEITEN VON WEHRSNLAGEN SOLLTE EINE DURCHGÄNGIGE BEFAHRBARKEIT DER ISAR VON THALKIRCHEN BIS UNTERFÖHRING DURCH ENTSPRECHENDE BOOTSRUTSCHEN ANGESTREBT WERDEN.
Die Flossrutsche im Hauptarm am Süden des Tierparks sollte von den Steinen im Unterwasser befreit werden. Hier wäre eine ganzjährige Trainingsstelle für Kajaks ohne großen Aufwand realisierbar.Wie stehen Sie zur Umsetzung einer Surfwelle an der Wittelsbacher Schwelle? Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits im Jahr 2016(!) fertiggestellt. Setzen Sie sich für eine Veröffentlichung der Studie, sowie im Falle eines positiven Ergebnisses, für die Umsetzung des Projekts ein?
Dieter Reiter (SPD)
Die Studie lasse ich Ihnen gerne zukommen. Sollte die Wittelsbacher Schwelle ein in Ihren Augen geeignetes Projekt für die Zukunft sein, können wir – meine Wiederwahl vorausgesetzt – uns dazu gerne austauschen.
Dominik Krause (Die Grünen)
Wie gesagt befürworte und unterstütze ich die Schaffung eines Surfspots an der Wittelsbacher Schwelle. Ich setze mich dafür ein, dass die Machbarkeitsstudie so bald wie möglich im Stadtrat vorgestellt wird.
Michael Piazolo (Freie Wähler)
Zur Wittelsbacher Schwelle befürworte ich die Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie und eine transparente Bewertung. Sollte die Studie ein positives Ergebnis zeigen und ökologische sowie sicherheitliche Aspekte geklärt sein, würde ich mich klar für die Umsetzung des Projekts einsetzen.
Stefan Jagel (Die Linke)
Ja
Dirk Höpner (München-Liste)
Die Machbarkeitsstudie von 2016 darf nicht in der Schublade verschwinden. Ich setze mich für:
* die Veröffentlichung der Studie,
* eine Aktualisierung der Datenlage,
* und – bei positivem Ergebnis – die konkrete Umsetzung des Projekts ein.Politische Glaubwürdigkeit bedeutet auch, Vorarbeiten nicht jahrelang folgenlos liegen zu lassen.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
JA – DIE WITTELBACHER BRÜCKE WAR EIN HERVORRAGENDER SURFSPOT VOR DER RENATURIERUNG.
GEFAHRENSTELLEN RICHTUNG DEUTSCHES MUSEUM MÜSSEN DAFÜR GESICHERT WERDEN.

